Freitag, 29. Januar 2016

Venedig - ungewollt am Carnevale

24. Januar 2016




Route: Via Garibaldi - San Zaccaria - San Giorgio - Giudecca - Zattere - Punta della Dogana - Ponte Accademia - Campo San Stefano - Campo Sant' Angelo - Campo San Luca - Rialto

So wie andere Menschen ihre Gärtchen pflegen, pflege ich meine Vorurteile. Carnevale in Venedig? Nein, danke schön. Diesen Rummel brauche ich nicht. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

An diesem prächtigen Sonntagmorgen waren unsere Vaporetto-Tageskarten noch einige Stunden gültig. Dies wollten wir nutzen und wieder einmal die Inseln San Giorgio und Giudecca besuchen.

Vor dem Frühstück ein paar Schritte vors Albergo Ca' Formenta - und schon sehe ich sie vor mir, die Insel San Giorgio. Ich liebe dieses sanfte Morgenlicht, spüre aber, dass es noch vor Mittag eintrüben wird.



Die Fahrt mit dem Vaporetto über den Canale di San Marco eröffnet neue Ausblicke. Vor uns liegen der Dogenpalast, der Campanile und die barocke Kirche Santa Maria della Salute.



Die Vaporetto-Haltestellen sind ja keine architektonischen Meisterwerke. Mit den Spiegelungen werden sie trotzdem zum Fotosujet.


Heute sehr erfreulich: der Lift hinauf auf den Campanile der Chiesa San Giorgio Maggiore ist in Betrieb. Von diesem hohen Turm aus hat man nämlich einen hervorragenden Überblick über die ganze Stadt. Unter uns der Canale di Giudecca und bei der Salute der Beginn (oder das Ende) des Canal Grande.


San Marco mit dem Dogenpalast, der Basilica und dem Campanile.


Von links nach rechts Kirchen und ihre Türme: Zanipolo, San Zaccaria, Greci, San Francesco de la Vigna. Eine kurze Erklärung zum Zanipolo: im venezianischen Dialekt wird gekürzt, was umständlich und lang ist: aus Santissimi Giovanni e Paolo wird vulgär Zanipolo.


Im Mittelpunkt stehen natürlich San Marco und der Dogenpalast. Wer nur dort war, hat Venedig nicht gesehen ...



Tief unter uns der Bootshafen am San Giorgio.


Der Garten im Innenhof des Klosters San Giorgio.


Der Innenraum der Kirche: strenger Renaissance-Stil, sehr schönes Chorgestühl.


Mit dem Vaporetto geht es nun weiter der Giudecca entlang und hinüber zur Zattere. Hier der Komplex der Salute, rechts davo die Punta della Dogana.


Auf der Giudecca die Redentore, wie die Salute erbaut nach einer Pestepidemie.


Wir nähern uns jetzt der Zattere mit der markanten Fassade der Jesuiti-Kirche.


Gemütlich bummeln wir an Venedigs sonnigster Seite und kommen bei den Lagerhallen des Ruderclubs Bucintoro vorbei. Gerade wird ein Boot eingewassert. In mir wird eine Erinnerung wach: der Hund beim Auswassern ...



Und dann nach dem Umrunden der Punta della Dogana die grosse Überraschung: da formiert sich vor uns zur Eröffnung des Carnevale der Gondel-Umzug. Ungewollt bin ich mitten drin - und natürlich begeistert. Diese Farbenpracht, diese Stimmung, und diese Kulisse!




Wir folgen dem Umzug bis zum Ponte Accademia. Überall finde ich fürs ungestörte Fotografieren ein gutes Plätzchen.







Das ganze ist nicht nur eine Augenweide - es ist auch (fast) ein Ohrenschmaus ....


Ponte Accademia: voll besetzt mit meist einheimischem Publikum. Und was uns besonders aufgefallen ist: lauter fröhliche Menschen, viele Familien, alles friedlich und ruhig, kein Radau. So gefällt mir der Carnevale!